DOS-Spiel mit WineHQ

Deine alten DOS-Spiele können selbst unter Debian gespielt werden. Möglich macht dies wineHQ. Um wineHQ zu installieren, tippe

# dpkg --add-architecture i386
# wget -nc http://dl.winehq.org/wine-builds/winehq.key
# apt-key add winehq.key

Ergänze /etc/apt/sources.list mit den Paketquellen von wineHQ (Distributionsname anpassen!)

# nano -w /etc/apt/sources.list

deb http://dl.winehq.org/wine-builds/debian/ stable main

Danach die Paketquellen aktualisieren und wine installieren:

# apt update
# apt install wine

wine kann noch konfiguriert werden. Dazu genügt ein:

$ winecfg

und es öffnet sich das Konfiguartionstool von Wine. Mit der Wine-Konfiguration kann z.B. das Ausgabegerät für Audio angepasst werden.

Ab jetzt können Windows-Programme gestartet werden.

$ wine PFAD/ZUR/ANWENDUNG.exe

HINWEIS
Falls das Spiel zuerst installiert werden muss, wird der Installer automatisch geladen:

Da unter Debian das Laufwerd c:\ nicht existiert, wird es unter:
~/.wine/drive_c
abgelegt. Mit

# apt install winetricks
winetricks

startet ein Tool, wo weitere Prefixe eingestellt oder nachinstalliert werden können.

 

USB-Stick überschreiben

Gelöscht ist nicht zwingend gelöscht. Damit auch handelsübliche Programme wie z.B. foremost keine brauchbaren Dateien mehr auf dem USB-Stick finden, kann der Stick mit Nullen überschrieben werden:

# dd bs=1M status=progress if=/dev/zero of=/dev/sdX

Der Stick muss unter /dev/sdX noch angepasst (z.B. sdc) werden. Bereits nach einmaligem Überschreiben finden gängige Wiederherstellungs-Tools keine brauchbaren Daten mehr auf dem Stick. bs=1M steht für blocksize (Blockgrösse) und kann individuell noch angepasst werden. Vorsicht: Dies gilt für alle Laufwerke und Partitionen. Wird hier irrtümlicherweise eine Backup-Partition unter of angegeben, sind die Daten darauf unwiderruflich gelöscht!

Datenrettung mit foremost

Foremost eignet sich hervorragend, um bereits gelöschte Dateien wieder herzustellen.

Schritt 1

Installiere auf deinem Linuxsystem foremost mit:

# apt install foremost

Schritt 2

Lasse nun foremost laufen. Foremost durchsucht nun das Dateisystem und legt alle gefunden Dateien (hier jpg-Bilder) unter dem Ordner /output ab. Bedenke dabei, dass dies lange dauern kann. Meine 1 TB Festplatte dauerte rund 2.5 Stunden. Dabei fand foremost rund 950000 Bilder mit einem Volumen von nahezu 85 GB. Prüfe vorher, ob /output also genügend freien Speicher besitzt!

# foremost -t jpg -i /pfad/zur/partition/sdbX

in diesem Beispiel durchsucht foremost also die angeschlossene Festplatte unter /pfad/zur/partition/sdbX und gibt alle gefundenen jpg-Bilder in /output aus. X und der Pfad müssen angepasst werden.

Schritt 3

Da foremost unter root lief, sind wir als normaler Benutzer noch nicht befugt, die gefundenen Bilder zu bearbeiten. Mit:

# chown -c -R BENUTZER /pfad/zu/output/

ändern wir die Rechte so, dass BENUTZER nun ohne root auf die Bilder zugreifen kann.

Schritt 4

Bilder unter 50 kB sind in der Regel Thumbnails oder Icons, welche getrost ignoriert werden können. Da wir jetzt einen Ordner mit vielen Bildern haben, macht es Sinn, einige davon zu löschen. In diesem Beispiel löschen wir alle Bilder unter /output, welche kleiner als 50 kB sind:

$ find /pfad/zu/output -type f -size -50k -exec rm -f {} \;

Schritt 5

Unser Ordner hat aber immer noch sehr viele Bilder. Versuchen wir den Ordner mit einen Dateimanager zu öffnen, dauert das Erstellen der Vorschaubilder ewig. Nun splitten wir den Ordner /output so auf, dass sich jeweils 1000 Bilder in einem Unterordner befinden. Erstelle unter /output mit nano eine Datei (z.B. meinscript.sh)

$ nano -w meinscript.sh

und füge nun folgenden Code ein:

#!/bin/bash
target=»$RANDOM»_»$RANDOM»_»$RANDOM»
mkdir «$target»
mv -t «$target»/ «$@»

das Script muss noch ausführbar gemacht werden mit:

$ chmod +x meinscript.sh

Mit dem printf-Befehl:

$ printf "%s\0" *.jpg | xargs -0 -n 1000 ./meinscript.sh

splitten wir nun den gesamten Ordner auf. Dabei landen exakt immer 1000 Bilder in einem entsprechenden Unterodner. Nun können wir die gefundenen Bilder in akzeptabler Zeit durchscrollen.

Hinweis

foremost findet jedoch nicht nur Bilder und ist durchaus in der Lage, weitere Formate zu finden. Dazu einfach den entsprechenden Schalter anwenden. Weiter Infos findest Du hier

$ foremost -t all -i /pfad/zur/partition/sdbX

Dieser Befehl durchsucht die gesamte Festplatte oder Partition nach allmöglichen Dateien. Doch Vorsicht: unbedingt prüfen, ob /output genügend freien Speicher besitzt. Eine 1 TB Festplatte kann unter Umständen auch knapp 1 TB an Dateien liefern!

Leerzeichen in Dateien und Ordner unter Linux

Bei Leerzeichen in Dateien und Ordner unter Debian GNU/Linux ist folgendes zu beachten:

In der GUI entspricht der Pfad: /home/yuna/media/VirtualBox VMs/Windows 10

Im CLI (command line interface) rüsselt Linux, wenn Leerzeichen in Dateien und Ordner vorkommen.

$ cd /home/yuna/media/VirtualBox VMs/Windows 10
bash: cd: Zu viele Argumente.

Leerzeichen in Dateien und Ordner werden entweder mit Apostroph oder \ (Backslash) angesprochen. Apostroph wird auch Hochkomma genannt:

$ cd /home/yuna/media/'VirtualBox VMs'/'Windows 10'
$ cd /home/yuna/media/VirtualBox\ VMs/Windows\ 10

Möchtest Du z.B. nach erfolgreichen Starten von nbd (qemu) das *.vdi-File einhängen, geht dies via:

qemu-nbd -c /dev/nbd0 /home/yuna/media/'VirtualBox VMs'/'Windows 10'/'Windows 10.vdi'

oder

qemu-nbd -c /dev/nbd0 /home/yuna/media/VirtualBox\ VMs/Windows\ 10/Windows\ 10.vdi

Eine Datenbank unter MariaDB erstellen

Wir erstellen hier die Datenbank test1 und den User lightning:

Installiere MariaDB:

# apt install default-mysql-server mariadb-server

Starte im Terminal Maria DB:

$ su -
# mariadb

hiermit gelangen wir in den typischen MariaDB-Prompt.

Enter password: ROOT-PASSWORD
Welcome to the MariaDB monitor.  Commands end with ; or \g.
Your MariaDB connection id is 1120
Server version: 10.5.12-MariaDB-0+deb11u1 Debian 11

Copyright (c) 2000, 2018, Oracle, MariaDB Corporation Ab and others.

Type 'help;' or '\h' for help. Type '\c' to clear the current input statement.

MariaDB [(none)]> EINGABE

Datenbank «test1» anlegen:

CREATE DATABASE test1;

Datenbank anzeigen lassen:

SHOW DATABASES;

User «lightning» und Passwort «finalfantasy13» anlegen:

CREATE USER 'lightning'@'localhost' IDENTIFIED BY 'finalfantasy13';

User anzeigen lassen:

SELECT User FROM mysql.user;

User «lightning» der Datenbank «test1» zuweisen:

GRANT ALL ON test1.* TO lightning@localhost IDENTIFIED BY 'finalfantasy13';

Zugewiesen User anzeigen lassen (Kontrolle):

SHOW GRANTS for 'lightning'@'localhost';

die soeben erstellte Datenbank kann nun per USE ausgewählt werden.

MariaDB [(none)]> USE test1;
Reading table information for completion of table and column names
You can turn off this feature to get a quicker startup with -A

Database changed
MariaDB [test1]> EINGABE

phpmyadmin

phpmyadmin ist ein Tool, welches die Verwaltung der Datenbanken enorm vereinfacht. Wer sich somit nicht mit der Kommandozeile (CLI) auseinander setzten möchte, geht den Weg via phpmyadmin. Den gesamten Ordner verschieben wir nach:
/var/www/html

um diesen dann im Browser per:
https://example.com/phpmyadmin

aufrufen zu können. Ab hier steht uns nun eine grafische Oberfläche zur Verfügung. Standardmässig ist das root-Login für phpmyadmin deaktiviert. Dies kann mit:

SET PASSWORD FOR 'root'@localhost = PASSWORD("starkes-passwort-hier-rein");

umgangen werden.

phpmyadmin bietet eine grafische Oberfläche zur Administration von MariaDB.

PostgreSQL

Falls als Datenbank-Server PostgreSQL läuft, wird die Datenbank (mydb) und der dazugehörende Benutzer (lightning) mit dem Tool psql erstellt:

root@supertux:~# su - postgres
postgres@supertux:~$ psql
psql (13.5 (Debian 13.5-0+deb11u1))
Geben Sie »help« für Hilfe ein.

postgres=# create database test1;
CREATE DATABASE
postgres=# create user lightning with encrypted password 'finalfantasy13';
CREATE ROLE
postgres=# grant all privileges on database test1 to lightning;
GRANT
postgres=# \q